Kategorie: Bewegung

  • Warum sollte Bewegung in die Krankheitstherapie mit einbezogen werden?

    Bewegung trägt nicht nur zu einer guten Gesundheit bei, sondern sollte von Ärzten mehr verschrieben werden, da es vielen Krankheiten vorbeugen kann.

    “Sie kann zur Behandlung von Begleiterkrankungen wie Fettleibigkeit, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen, Diabetes mellitus, Osteoporose, Arthrose, Krebs und Rückenschmerzen eingesetzt werden. Die Aufklärung über die allgemeinen Leitlinien für körperliche Aktivität sowie einfache Methoden zur Verschreibung von Bewegung können die Fähigkeit von Ärzten verbessern, Bewegung als therapeutische Option zu verschreiben. Darüber hinaus ist es für einen wirksamen Einsatz von Bewegungstherapien erforderlich, die Hindernisse für die Einhaltung von Bewegungsvorschriften zu ermitteln und Wege zur Überwindung dieser Hindernisse aufzuzeigen.” (Barker et al., 2019 – https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32035563/)

    Diese Autoren beschreiben oben sehr gut, dass viel öfters Bewegung als Rezept hilfreich und von Nutzen wäre. In der Prävention wird Bewegung eingesetzt, um keine Krankheiten entstehen zu lassen. Die Krankenkassen unterstützen z.B. Bewegungsangebote, Ernährungsberatungen, Kurse zur psychischen Gesundheit etc. finanziell für ihre Mitglieder. Nutzen Sie das Angebot!

    Doch nicht nur in der Prävention sollte Bewegung angewandt werden, sondern auch bei Krankheiten. Es ist bewiesen, dass z.B. Diabetes Typ II durch eine gesunden Ernährung und Bewegung rückgängig gemacht werden.

    Also, bitte ernährt euch gesund und bewegt euch, anstatt eine Tablette einzuwerfen! Das ist nämlich in vielen Fällen nicht nötig.

  • Depression? Was kannst du tun, dass es erst gar nicht so weit kommt?

    Pearce et al. haben im Juni 2022 einen wissenschaftliche Arbeit über den Zusammenhang zwischen körperlicher Aktivität und Depressionsrisiko veröffentlicht, die ich euch heute vorstellen möchte.

    Depressionen sind die Hauptursache für psychische Erkrankungen und ca. 280 Millionen Menschen sind betroffen. Sie werden mit einer frühen Sterblichkeit aufgrund von weiteren Erkrankungen und Suizid in Verbindung gebracht.

    Die Frage, welche die Wissenschaftler beantworten wollten war: “Welcher Zusammenhang besteht zwischen der Dosis-Wirkungsbeziehung zwischen körperlicher Aktivität und dem Auftreten von Depressionen bei Erwachsenen?”

    Was haben sie getan um diese Frage zu beantworten?

    Es wurden verschiedene Datenbanken durchsucht und Studien eingeschlossen, welche körperliche Aktivität und die Risikoabschätzung für Depressionen beschrieben. Eingeschlossen wurden Studien mit insgesamt 3000 Erwachsene mit einem Beobachtungszeitraum von drei oder mehreren Jahren.

    Welche Erkenntnisse konnten gezogen werden?

    Pearce et al., 2022 zeigten, dass ein inverser Zusammenhang zwischen körperlicher Aktivität und Depression besteht und dies auch bei einem niedrigen Trainingsniveau. Personen, welche den allgemeinen Empfehlungen (2,5h Bewegung pro Woche, z.B. zügiges Gehen) folgten, hatte ein geringeres Risiko an einer Depression zu erkranken als Menschen, welche sich nicht körperlich betätigen.

    Schlussfolgerung – was kann du tun?

    Selbst geringe körperliche Bewegung senkt das Risiko an Depressionen zu erkranken. Es muss also nicht immer Hochleistungssport sein, ein zügiger Spaziergang hilft ebenso. Lass es gar nicht erst so weit kommen und beginne noch heute mit deiner Bewegung. Diese kannst du in deinen Alltag integrieren. Falls du es alleine nicht schaffst helfe ich dir gerne dabei dein Leben aktiver zu gestalten. Einfach melden, denn du kannst jeden Tag anfangen etwas für dich selbst zu tun: training-friedel@gmx.de

    Die gesamte Veröffentlichung könnt ihr hier auf englisch nachlesen: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC9008579/

  • Zellalterung – nicht mit mir!

    Schon mal was von Telomeren gehört? Telomere befinden sich in unseren Zellen an den Enden der Chromosomen. Ihre Länge sagt uns etwas darüber aus wie lange unsere Lebenserwartung ist und wie gesund wir sind. Je länger sie sind desto besser, aber es gibt Faktoren, welche die Telomere verkürzen wie Stress, Alkohol, Übergewicht etc.

    Doch auch hier haben wir es mal wieder selbst im Griff die Länge zu beeinflussen.

    Werner et al. 2019 haben dazu untersucht, welche Sportart am besten ist, den Alterungsprozess positiv zu beeinflussen (https://doi.org/10.1093/eurheartj/ehy585).

    Dazu wurden 124 gesunde Personen während einen halben Jahres untersucht. Insgesamt gab es vier Gruppen: Eine Kontrollgruppe, eine Gruppe, die ein Ausdauertraining absolvierte. Die zweite Gruppe macht ein Intervalltraining und die vierte Gruppe Krafttraining an Geräten. Trainiert wurde 3x pro Woche für 45 min.

    Und ja, es gibt Unterschiede bei der Wahl der Sportart. Die Studie hat herausgefunden, dass Ausdauertraining oder Intervalltraining die Telomeraseaktivität und die Telomerlänge und unseren Blutzellen um das 2-3-fache erhöht. Beim Krafttraining konnte dies nicht festgestellt werden.

    Daraus lässt sich ableiten, dass Ausdauertraining und/oder Intervalltraining für die zelluläre Seneszenz (Zellalterung), die Regenerationsfähigkeit und somit für ein gesundes Altern wichtig sind.

    Auch Lust eure Zellen jung zu halten? Dann könnt ihr das mit mir zusammen im Training gerne tun – ich freue mich drauf.

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