Autor: Angelika Friedel

  • Wie kann Sport bei Depressionen helfen?

    Über Depressionen und Burn-out wird zum Glück in unserer Gesellschaft immer offener gesprochen. Viele Menschen sind davon betroffen und fühlen sich inzwischen hoffentlich nicht mehr so allein gelassen wie noch vor Jahrzehnten.

    Insgesamt geht man davon aus, dass weltweit ca. 350 Mio. Menschen mit einer Depression leben. Schaut man nach Deutschland so sind 5,3 Mio. der erwachsenen Deutschen (18 – 79 Jahre) im Laufe eines Jahres an einer depressiven Störung erkrankt (Jacobi et al., 2016).

    Was ist eine Depression?

    Eine Depression ist eine psychische/seelische ernstzunehmende Krankheit, die unser Denken und Handeln beeinflusst. Meist fühlen sich die Betroffenen antriebslos, leiden an einer gedrückten Stimmung und unterschiedlichen körperlichen Symptomen, wie z.B. Schlafstörungen. Somit spielt sich bei einer Depression einiges in unserem Gehirn ab und beeinflusst dessen Funktion.

    Wie kann Sport/Bewegung nun helfen und unterstützen?

    Sport gilt inzwischen als guter Zusatz zu einer Therapie (psychiatrisch und medikamentös), da Bewegung sich positiv auf unsere Nervenzellen im Gehirn auswirkt. Es ist allgemein bekannt, dass körperliche Aktivität die Ausschüttung von Glückshormonen und somit ebenfalls das psychische Wohlbefinden erhöht. Weiterhin konnte gezeigt werden, dass dabei die Aktivität im präfrontalen Kortex im Gehirn absinkt, welcher bei Depressionen oft stark aktiviert ist.

    Also, egal wie ihr euch gerade fühlt – raus in die Natur und Bewegen. Das tut Gehirn und Körper und eurer Stimmung, gerade auch in der Winterzeit, sehr gut. Viel Spaß dabei!

  • Warum mit eineM:R Personal Trainer:in trainieren?

    Immer wieder werde ich gefragt, warum ein:e Personal Trainer:in wichtig ist.

    Natürlich könnt ihr allein trainieren und mit einer App eure Ernährung tracken, aber könnt ihr das auch wirklich alles richtig interpretieren, was dort steht? Und was ist, wenn ihr trotzdem nicht fitter werdet oder euer Abnehm-Ziele nicht erreicht wird?

    Es ist ähnlich wie bei einem Arztbesuch – ihr könnt natürlich, wenn ihr euch nicht gut fühlt, Medikamente nehmen und euch selbst heilen. Aber in den meisten Fällen hat ein Arzt mehr Wissen und kann euch gut unterstützen möglichst schnell wieder gesund zu werden. Und informiert euch was gut und richtig ist.

    So ist es auch bei uns Personal Trainer:innen. Die meisten von uns, und das sage ich ganz explizit, verfügen über ein großes Fachwissen und können euch individuell betreuen. Ein wichtiger Punkt dabei ist, eure Motivation über einen längeren Zeitraum zu halten, damit eure “Neujahrvorsätze” nicht nach ein paar Mal Training wieder aufgegeben werden. Wisst ihr wieviel Prozent nach ein paar Monaten wieder aus dem Fitnessstudio austreten? 80% der Personen, die ein Fitnessstudio-Vertrag abgeschlossen hatten, erschienen nach 5 Monaten oder weniger nicht mehr zum Training (https://www.creditdonkey.com/gym-membership-statistics.html).

    Dein:e Personal Trainer:in setzt mit dir deine persönlichen Ziele und achtet darauf, dass du nicht nach wenigen Wochen deine Motivation verlierst und aufgibst.

    McClaran, 2003 untersucht in seinem Artikel (“The Effectiveness of Personal Training on Changing Attitudes Towards Physical Activity”) die Auswirkungen eines Personal Trainings auf die innere Einstellung zum Training. “Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass persönliches Einzeltraining eine wirksame Methode zur Änderung von Einstellungen und damit zur Steigerung der körperlichen Aktivität ist. Zweitens scheint die Anwendung von Problemlösungstechniken für eine erfolgreiche Verhaltensänderung von Bedeutung zu sein.”

    Wir unterstützen euch nicht nur dabei eure persönlichen Zielsetzungen zu finden und zu definieren – wir begleiten euch auch professionell auf eurem Weg. Dazu zählen nicht nur die Motivation zu erhalten, wie oben beschrieben, sondern auch individuelle Trainingspläne zu erstellen, Verletzungen vorzubeugen und an deiner Seite zu sein, wenn du es benötigst.

    Und meine ganz persönliche Meinung: Mir bereitet es unglaublich viel Freude an deiner Seite zu stehen und dich zu begleiten! Es ist wirklich ein Traumjob!

  • Auswirkungen des Home-Offices und deren Inaktivität auf unsere Gesundheit

    Im letzten Jahr (2021) ist im “European Journal of Sport Science” ein Artikel erschienen, der sich mit den Auswirkungen des Bewegungsmangels durch den Covid-19 Lock-Downs auseinandergesetzt hat.

    Die Covid-19-Pandemie stellt eine beispielslose Gesundheitskrise dar, da wir aufgefordert waren uns über mehrer Woche oder noch länger zu isolieren. Dies ist eine physiologische Herausforderung für unseren Körper und birgt einige Gesundheitsrisiken in sich.

    Der Artikel ist von Narici et al. verfasst worden und die Autoren haben sich angesehen, welche Effekte dies unter anderem auf unser Nerven- und Muskelsystem hat sowie auf das Herz-Kreislauf- und unser Hormon-System. Sie geben auch Empfehlungen welche Gegenmaßnahmen (körperlich wie ernährungsbezogen) getroffen werden können. Sie beziehen in ihre Überlegungen auch weiter Studien ein, die bereits früher durchgeführt worden sind (zu Inaktivität, Bettruhe etc.). Diese Untersuchungen zeigen, dass Muskelschwund schon innerhalb von 2 Tagen nach Inaktivität nachweisbar ist. Dieser Muskelverlust steht im Zusammenhang mit einer Denervierung (vollständige oder teilweise Unterbrechen von Nervenbahnen) der Fasern und neuromuskulären Schäden. Dabei kann man auch messen, dass der Proteinabbau erhöht ist. Schon wenige Tage ohne Bewegung haben Effekte auf unser Insulin und somit auf die Muskulatur. Auch ist durch die geringere Sauerstoffzufuhr das Herz-Kreislauf-System beeinträchtigt.

    Wenn dann zusätzlich noch mehr Energie durch Nahrung zugeführt wird, als wir es benötigen, lagern wir zusätzlich noch mehr Fett im Körper ein. Dies kann dann zu systemischen Entzündungen führen.

    Also die wichtigste Botschaft:

    • Schon wenige Tage sitzender Lebensstil reichen aus um:

      • unsere Muskel abzubauen.

      • Schädigung der neuromuskulären Verbindungen (Verbindung unserer Nerven zu den Muskeln – diese ist nötig, damit wir unsere Muskeln bewegen können) hervorzurufen

      • Insulinresistenz (Körperzellen reagieren werniger auf das Hormon Insulin als bei gesunden und beeinträchtigen somit z.B. die Funktion der Muskel und der Leber) zu erzeugen.

      • eine verminderte aerobe Kapazität (weniger Sauerstoff kann aufgenommen werden) zu erreichen.

      • mehr Fett im Körper abzulagerung und

      • geringgradige systemische Entzündungen hervorzurufen.

    • Was kann man dagegen tun?

      • Jeden Tag darauf achten, dass man ein Training bei niedriger oder mittlerer Intensität durchführt, um nicht nur das Sitzen auszugleichen, sondern auch die fehlende Bewegung bist zum Arbeitplatz oder in der Freizeit.

      • die Kalorienzufuhr 15-25% pro Tag reduzieren.

      • Damit kann die neuromuskuläre, kardiovaskuläre, metabolische und endokrine Gesundheit erhalten bleiben.

    Kurz zusammengefasst: Wenn ihr euch weniger bewegt und zu viel esst hat das ganz eindeutige schlechte Auswirkungen auf euren Körper!

    Falls ihr den Originalartikel auf Englisch lesen wollt ist hier die Quellenangabe:

    Narici et al., 2021: “Impact of sedentarism due to the COVID-19 home confinement on neuromuscular,
    cardiovascular and metabolic health: Physiological and pathophysiological implications and
    recommendations for physical and nutritional countermeasures”.

    Link: https://doi.org/10.1080/17461391.2020.17610761076

×